Klare Worte von Stadtrat Wagenblass zu aktuellen Themen
Lindenhöfer Solidarität mit den Almenhöfern
Horst Wagenblass brachte es auf den Punkt. "Wer regelmäßig unsere Veranstaltung besucht", so erinnerte der Kommunalpolitiker, "kann auf der Fahrt hierher direkt sehen, wie jedes Jahr ein neues Quartier hinzu kommt, wie unser Stadtteil grundlegend sein Gesicht verändert."
Das war auch diesmal so, als der von Wagenblass geführte SPD-Ortsverein Lindenhof-Almenhof zum 24. Mal zu seinem Neujahrstreff in die Lanz-Kapelle einlud, der längst eine parteiübergreifende Institution geworden ist; die Anwesenheit zahlreicher Vertreter des öffentlichen Lebens und sogar des CDU-Landtagsabgeordneten Klaus Dieter Reichardt legte davon Zeugnis ab.
Wagenblass nutzte die Gelegenheit, wichtige Anliegen des Stadtteils zu Gehör zu bringen. Etwa bezüglich des heißesten Themas aus dem zurückliegenden Jahr: dem Grillen auf der Rheinwiese. Und da stand er voll hinter dem von der Stadt verhängten Grillverbot, erteilte entgegengesetzten Vorstellungen des CDU-Stadtrates Nikolas Löbel eine klare Absage.
Was die künftige Bebauung betrifft, so forderte Wagenblass, nicht nur gehobene Wohnungen zu errichten, sondern auch preisgünstige, um junge Familien ansiedeln zu können, die der Lindenhof dringend brauche. Zu diesem Zweck müsse die Stadt auch den derart tätigen Wohnungsbaugesellschaften entsprechende Grundstücke zur Verfügung stellen, betonte Wagenblass.
Eine Kleinigkeit fügte er an: Die Tunnelstraße müsse attraktiver gestaltet werden, um einen angemessenen Ortseingang für diesen expandierenden Stadtteil darzustellen.
Aber natürlich kam Wagenblass, dessen Ortsverein ja "Lindenhof-Almenhof" heißt und der selbst auf dem Almenhof wohnt, nicht am Thema "48er" Platz vorbei. "Ich schaue dem verständnislos zu", bekannte er und berichtete, noch nie so viele Protestbriefe von Bürgern bekommen zu haben. Unter dem Beifall der Anwesenden versprach er daher: "Meine Stimme als Stadtrat wird es dafür nicht geben."
"Von einer Bebauung des Platzes selbst kann keine Rede sein", versicherte Baubürgermeister Lothar Quast in seinem Grußwort für die Stadt. Der Sportplatz solle nicht bebaut, allerdings aus dem Unterhalt der Stadt in eine andere Trägerschaft überführt werden, um Kosten einzusparen. Bebaut werden könne aber der Bunkerbereich.
Stadtentwicklung müsse sich eben veränderten Rahmenbedingungen anpassen, machte Quast auch am Beispiel Lindenhof klar, wo sich die Neubauten bisher optimal in das Ortsbild einpassen würden: "Es kommt einem vor, als wären sie schon immer da gewesen." In Bezug auf Mannheim 21 werde die Stadt gerade wegen der Wirtschaftskrise noch einen Zahn zulegen, so Quast.
Doch dann waren der Worte genug gewechselt. Die Bühne galt Tanja Hamleh, die, am Klavier begleitet von Jochen Gärtner, beliebte Melodien vortrug - von Titeln aus Operetten wie der "Lustigen Witwe" ("Meine Lippen, sie küssen so heiß") bis zu Musicals wie "Elisabeth" ("Ich gehör nur mir") oder "Cats" ("Memory").
Mannheimer Morgen
15. Januar 2010
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