„Der vorgeschlagenen Vereinbarung zwischen der Stadt Mannheim und der Agentur für Arbeit zur Absicherung der Arbeit der Jobcenter können wir zustimmen“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Stefan Fulst-Blei, in seiner Einschätzung der derzeitigen Entwicklung:
„Wir haben das Jobcenter gemeinsam mit der Stadt zu einem Dienstleister der Arbeitsvermittlung entwickelt, dessen Bilanz sich sehen lassen kann. Nicht nur die Betreuung „aus einer Hand“, sondern auch die Stadtteilbetreuung war erfolgreich. Jobbörse und gezieltes Fallmanagement führten in den letzten drei Jahren zu einer Reduzierung der Langzeitarbeitslosenquote um 15 Prozent. „Wir sind daher froh, dass der Konsens zwischen Bund und Kommune die Funktionsfähigkeit des Mannheimer Modells sichert“, so Fulst-Blei.
Aus diesem Grund wird voraussichtlich auch der Gemeinderat am 30. November 2010 der Neukonzeption des Jobcenters zustimmen. Dessen Arbeit wird nun in einer „gemeinsamen Einrichtung“ von Stadt Mannheim und Agentur für Arbeit Mannheim fortgesetzt. Die notwendig gewordene Neuordnung der Arbeit der Jobcenter sieht im Kern aber immer noch die gemeinsame Betreuung der Harz IV-Empfänger durch Kommune und Agentur für Arbeit vor. Die Erfolgskomponenten der Mannheimer Beschäftigungsförderung auf der Hochstätt, Jump Plus und die Jobbörsen werden fortgesetzt und so gar ausgebaut.
„Natürlich haben wir uns auch damit beschäftigt, ob die Entscheidung für das Optionsmodell für Mannheim erstrebenswert ist“, so die arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD Gemeinderatsfraktion Gabriele Katzmarek, „da es aber gelungen ist, die Kernelemente der bisherigen Konzeption zu erhalten, können wir dem ausgehandelten Kompromissvorschlag guten Gewissens zustimmen.“ Besonders zufrieden ist Katzmarek über die Fortführung des Modellprojektes „Junges Mannheim“. Die Kombination aus fördernden und fordernden Elemente bei der Betreuung von Jugendlichen hat das Mannheimer Modell zu einem weit über die Grenzen der Stadt Mannheim hinaus bekannten Vorzeigeprojekt gemacht. Die SPD-Gemeinderatsfraktion freut sich vor allem darüber, dass es gelungen ist, zahlreiche befristete Arbeitsverhältnisse in unbefristete Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt zu haben und somit zu einem Abbau der Unsicherheit bei den Beschäftigten der ARGE beigetragen zu haben. „Gerade diejenige, die sich vor Ort mit viel Engagement für die Arbeitslosen einsetzen, brauchen sichere Arbeitsplätze“, so Katzmarek. Doch genauso kritisch sieht der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Stefan Fulst-Blei, dass die von der Bundesregierung beschlossenen Kürzungen bei den Fördermitteln für die Agentur für Arbeit, sich vehement auf die Förderstruktur der Stadt Mannheim auswirken. „Hier ist die schwarz-gelbe Bundesregierung gefordert, die Kommunen zu stärken und nicht weiter zu schwächen.“