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Neckarauer Grußworte von Helen Heberer (MdL)

Reden/Artikel

Stadträtin Helen Heberer (MdL) überbrachte beim Neujahrsempfang der Neckarauer Gemeinschaft der Selbstständigen (GdS) die Grüße des Oberbürgermeisters und des Gemeinderates der Stadt Mannheim.

Helen Heberer hielt eine beeindruckende und nachdenkliche Rede, die wir nachfolgend dokumentieren und die sich wohltuend von den parteipolitisch gefärbten Reden schwarz-gelber Gemeinderäte unterschied, die die offizielle Stadtvertretung für ihre Parteipolitik mißbrauchten:

Sehr geehrter Herr Stegmüller , sehr geehrter Hausherr von der Commerzbank, Herr Gumbel, Herr Abgeordneter Simon - meine Damen und Herren, Liebe Neckarauerinnen und Neckarauer!

Ich bin kurzfristig gebeten worden, in Vertretung von Frau Bade, die leider erkrankt ist, das Grußwort der Stadt Mannheim zu übernehmen. Das habe ich gerne getan. Ich freue mich, Ihnen die Grüße des Oberbürgermeisters und des Gemeinderates überbringen zu können.

Alle guten Wünsche für das Neue Jahr 2010 – möge es Ihnen vor allem Gesundheit und Wohlergehen, Glück und Erfolg und eine Fülle positiver Begegnungen mit Ihren Mitmenschen bringen.

Ich komme immer sehr gerne nach Neckarau, nicht nur weil ich hier gute Freunde habe und selbst über lange Jahre hier gearbeitet habe, sondern weil Neckarau einfach ein Ort ist, an dem man sich wohl fühlen kann. Da ist, der alte Ortskern, die schönen neuen Wohngebiete, der Almenhof, in Fußnähe die herrlichsten Naturwege und unser großer Fluss, der Rhein, dem Neckarau als altes Fischerdorf seine Existenz verdankt. Ein Fluss der uns mit der ganzen Welt verbindet – und was man von den Mannheimern im Allgemeinen sagt, dass sie weltoffen, weitdenkerisch, aber auch schlagfertig und zupackend sind, das trifft für die Neckarauer und Neckarauerinnen besonders zu. Das ist jedenfalls meine Erfahrung.

Zu aller erst möchte ich der Gemeinschaft der Selbständigen in Neckarau dafür danken, dass Sie diesen Neujahrsempfang in diesem Jahr bereits zum wiederholten Male in Zusammenarbeit mit der Commerzbank ausrichten. Und damit ist Ihnen nicht nur für die Organisationsleistung und alle Vorbereitungen zu danken, die dazu geführt haben, dass wir uns alle hier heute hier einfinden können, sondern in besonderem Maße dafür, dass Sie mit diesem Neujahrsempfang eine regelmäßige Möglichkeit der Begegnung, des Austauschs, des Zurückblickens in das Alte und Vorausplanens in das Neue Jahr geschaffen haben.

Dass ein solches Innehalten, Zurückblicken, sich gewahr werden - was ist und was geworden ist - wichtig sein kann, wird deutlich wenn man darauf aufbauend die Zukunft gestalten will. Zumal wenn es um eine Zukunft der Städte und Kommunen geht, die in den kommenden Jahren vermutlich mehr an Unvorhersehbarem bereithält als dies in den zurückliegenden Jahren der Fall war. Entscheidend dabei ist nicht die Herausforderung an sich, sondern die Art und Weise, wie wir in der Lage sind, sie zu meistern. Mit welcher Einstellung wir an problematische Situationen herangehen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, bauen wir auf, auf gute Strukturen auf Zielführenden Konzeptionen die wir uns vorgenommen oder gar schon begonnen haben, oder lassen wir aus Verzagtheit und Zukunftsangst alles fallen? Verlieren wir den Mut - oder sehen wir in der Vielfältigkeit, in der jeder denken muss, - in der Krise neu denken muss - auch die Möglichkeit neue Wege zu gehen?

Was hat Neckarau woran hier anzuschließen wäre?
Neckarau hat eine stabile Gesellschaftsstruktur, mit starken und traditionsreichen Vereinen in Sport und Kultur, ein hervorragend ausgebautes soziales Netzwerk, eine breite Schullandschaft und gute Kinderbetreuungsstruktur , eine bemerkenswerte eigene Museumskultur, sogar eine eigene hochfrequentierte Kleinkunstszene, ein breit gefächertes Angebot im Einzelhandel und Handwerk und auch in der Frage der Sicherheit stellt sich der Stadtteil ausgewogen dar - vieles mehr wäre zu erwähnen, was die Kürze der Zeit leider nicht zulässt. Ich will aber betonen – meine Damen und Herren, hier sind in langen Jahren bürgerlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Engagements Grundlagen, Fundamente gelegt worden, die Stabilität aufweisen und auf die sich viel aufbauen lässt.

Baulich wurde im letzten Jahr z. B. fertig gestellt: der Neckarauer Übergang, das Seilwolfgelände – besonders in der Außenanlage, auch die Unterführung ist nutzungsorientiert und ansprechend gelungen.

Wo kann es weitergehen, wo sind Veränderungen anzustreben?
Ausbau Block 9, wie geplant, bei größtmöglicher Umweltverträglichkeit, dabei muss das GKM endlich die ihm zustehende wirtschaftliche Verbesserung erfahren, und zwar durch den Wegfall des Wasserpfennigs, der hier jährlich immer noch mit 11 Mio. zu Buche schlägt, und damit eine enorme Belastung im Wettbewerb mit anderen Anbietern ausmacht. Der Wasserpfennig muss endlich weg! Das ist eine Botschaft ans Land - meine sehr verehrten Damen und Herren.
Weitergehen kann es auch in Sicherung und Ausbau der Sport- und Freizeitmöglichkeiten, als Entwicklungspotential für einen Stadtteil der am Wasser liegt und hier seine speziellen Potentiale ausschöpfen kann.
Und es ist ganz klar, das Thema 48er Platz muss unter Beteiligung der Bürger diskutiert werden. Und wenn dazu die üblichen Formen der Beteiligung nicht ausreichen – müssen weitere gefunden werden.

Aufpassen, wachsam sein müssen wir bei der Erhaltung des Bildungsstandorts Neckarau durch Anpassung der Zuschüsse für die beiden hier ansässigen privaten Schulen, und einen Ersatz aus Landesmitteln z. B. für die wegfallenden europäischen Fördermittel beim IB. Das ist eine ganz existentielle Frage für den Internationalen Bund. Und auch das ist eine Botschaft auf die Stuttgart eine Antwort geben muss.

Hier in Neckarau gibt es wie schon gesagt, viele positive Beispiele für bürgerschaftliches, wirtschaftliches und soziales Engagement, hier gibt es ein aktives Leben und gute Netzwerke. Diese gilt es zu unterstützen und zu stärken. Dass Nachbarn weit mehr sein können, als nur Leute von nebenan wird sich nicht zuletzt auch in der Krise zeigen.

Denn, wie überall (übrigens in der ganzen Bundesrepublik) werden wir auch in Neckarau im nächsten Jahr mit Einschnitten zu rechnen haben. Einschnitten oder Verzögerungen von Projekten, die erst wieder in Angriff genommen werden können, wenn wir die Durststrecke hinter uns haben. Aber es gibt hier gleichzeitig auch Grundlagen auf welchen aufgebaut, positive Entwicklungen, an die angeschlossen werden kann. Und dabei ist das Allerwichtigste hier vorhanden – seien Sie sich dessen bewusst - eine Bürgerschaft die, ich brauche mich hier nur umzuschauen, den Kopf nicht in den Sand steckt sondern zukünftige Herausforderungen annehmen kann und annehmen wird.

Deshalb will ich mit einem Wort von Victor Hugo schließen:

Die Zukunft hat viele Namen:
Für die Schwachen ist sie die Unerreichbare
Für die Furchtsamen ist sie die Unbekannte
Für die Tapferen ist sie die Chance.

Viel Mut, also, viel Kraft, viel Glück für sie alle und Ihre Familien und - die besten Wünsch für das neue Jahr.

 

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