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Lindenhof: Neujahrstreff des SPD-Ortsvereins zum 26. Mal mit einer Mischung aus Stadtteil-Politik und Kultur

Presseecho

Nach dem Motto "Mir Kurpälzer lewe gern, bevor ma sterwe"

Von unserem Redaktionsmitglied Konstantin Groß

Ein Jahr nach ihrem runden Jubiläum zeigt sich die Attraktivität der Veranstaltung ungebrochen. "Auch der 26. Neujahrstreff der SPD Lindenhof ist so gut besucht, dass mindestens ein Besucher stehen muss", scherzte der neue Ortsvereins-Chef Marcus Butz in seiner Begrüßung.

Überhaupt - und das ist das Erfolgsrezept dieser Veranstaltung - geht es hier nie politisch polemisch, sondern parteiübergreifend freundlich, nie bierernst, sondern immer locker, ja fröhlich zu. Dafür sorgt stets der kulturelle Teil der Veranstaltung, für den heuer der Kabarettist Hans-Peter Schwöbel sorgte.

Doch vor die Kultur hatten die Götter doch noch einige Minuten Politik gesetzt. Stadtrat Prof. Dr. Horst Wagenblass, der als Ortsvereinsvorsitzender die Veranstaltung einst gegründet hatte, sprach diesmal als offizieller Vertreter der Stadt.
Grußwort vom Gründervater

Dabei widmete er sich naturgemäß den umwälzenden Entwicklungen auf dem Lindenhof, die mit dem Schlagwort Glückstein-Quartier beschrieben sind. Der Sozialdemokrat unterstrich die Forderung, dass das neue Viertel integraler Bestandteil des alten Lindenhofs werden müsse. Die Achse zwischen Kulturzentrum "Lokschuppen", Glückstein-Platz und Meerfeldstraße müsse frei bleiben, dürfe in keiner Weise baulich "verriegelt" werden.

Integration - das war auch Thema im kulturellen Teil. Integration, so Hans-Peter Schwöbel, werde im "Vielvölkerstaat Baden-Württemberg" ebenfalls praktiziert: "Kurpfälzer und Schwaben leben hier friedlich zusammen." Und das bereits seit genau 60 Jahren: "Es is net schä, aber es funktioniert", setzte er hinzu.

Doch welchem der beiden Landesteile seine Sympathie gehört, das verhehlte Schwöbel nicht. Sein Kurpfalz-Rap geriet zur rhythmischen Liebeserklärung an die Städte und Gemeinden beiderseits des Rheins, der Refrain zu einer Weisheit von fast sokratischer Kraft: "Mir Kurpälzer lewe gern, bevor ma sterwe."

Natürlich durfte die Einführung in den kurpfälzischen Dialekt nicht fehlen. Dass "Bobbele" tausend Mal schöner klingt als das amerikanische "Baby", daran ließ er keinen Zweifel: "Bei diesem Wort sieht man ja geradezu die Arschbäckele wackeln." Und bei der Information, dass "Schoppezähler" auf Hochdeutsch "Adamsapfel" bedeutet, konnten die meisten sogar noch etwas lernen.

Überhaupt: Der Vortrag des Soziologieprofessors hatte nichts von platt-dümmlicher Comedy, zog seinen Honig vielmehr aus hintergründigem Humor, der einem zuweilen allerdings auch schlichtweg im Halse stecken bleiben konnte. Etwa wenn Schwöbel sich in seinem Werk "Arm dro" nicht etwa mit Hartz-IV-Empfängern beschäftigte, sondern den moralisch verarmten "Nadelstreifen-Hunnen" von der Börse.

Für Mannheim hat er eine Vision, die aus der Freimachung der militärisch genutzten Flächen sprießt: dass Panzersperren zu Bäumen werden, Gras wächst über Kasernengelände. Dass ein neues Quartier auf dem Lindenhof nach einem Dichter - Hanns Glückstein - benannt wird, das mache ihn hoffnungsfroh, gestand er in der Lanz-Kapelle, "diesem baulichen Juwel der Kurpfalz".

Mannheimer Morgen
13. Januar 2012

 

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