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SPD Mannheim - Seckenheim Hochstätt Suebenheim

Günther Neunreither 60 Jahre Mitglied der SPD

Ortsverein

Neckarauer Urgestein, Architekt, Maler und Förderer der Kunst.
Ehrung durch den stellvertretenden Ministerpräsidenten und SPD-Landesvorsitzenden Nils Schmid

Auf die Frage, warum er bereits als junger Mann mit 22 Jahren Mitglied der SPD geworden ist, schaut er etwas überrascht. „Ich komme aus einer sozialdemokratischen Familie. Mein Vater, der aus politischen Gründen in der Nazizeit im Gefängnis saß, war in Neckarau im Vorstand der SPD und mein Bruder Karlheinz und ich sind selbstverständlich auch Mitglied der SPD geworden.“ Für diese 60-jährige Treue zur Sozialdemokratischen Partei erhielt Günther Neunreither vom SPD-Landesvorsitzenden und stellvertretenden Ministerpräsidenten Dr. Nils Schmid eine Urkunde und Ehrennadel.

Günther Neunreither war in der Möchwörthstraße zur Welt gekommen und nach Umzug der Familie in die Angelstraße wurde er in der Wilhelm-Wundt-Schule eingeschult. In der Mönchwörthstraße gab es enge Kontakte zur Familie von Jakob Baumann, einem der führenden Mannheimer Sozialdemokraten, den die Nazis ins Zuchthaus gesteckt hatten.
Günther Neunreithers Vater war Mitglied im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, eine der SPD nahe stehende Schutzorganisation vor den Schlägertrupps der SA. Nach dem Krieg gründete Günther Neunreither bereits mit 17 Jahren den Neckarauer Ortsverband der Sozialistischen Jugend „Die Falken“, die beispielsweise mit Sommerzeltlagern eine wertvolle Arbeit für Kinder und Jugendliche leisteten.
Günther Neunreither, der schon in frühen Jahren künstlerische Ambitionen zeigte, wollte Architekt werden. Vor seinem Studium des Ingenieur- und Architekturwesens in Darmstadt absolvierte er eine Lehre als Maurer, was ihm in seiner späteren beruflichen Tätigkeit sehr zugute kam.
Trotz seiner starken beruflichen Inanspruchnahme engagierte er sich für seine SPD. „Ich kann mich gut daran erinnern, dass damals die Versammlungen im Volkshaus immer sehr gut besucht waren.“ Für seine Neckarauer SPD saß Günther Neunreither zusammen mit Karl Breiling auch 24 Jahre im Bezirksbeirat. „Damals sprach Pfarrer Kühn noch vom sterbenden Vorort Neckarau. Dagegen habe ich mich mit aller Kraft und auch mit Erfolg gestemmt.“ Neunreithers Engagement war vielfältig. Mit dem Pilwe-Brunnen auf dem Neckarauer Marktplatz hat er sich gewissermaßen selbst ein Denkmal gesetzt. Der Brunnen wurde 1978 eingeweiht. Den Entwurf des Brunnens mit der Gans und dem Pilwe-Kissen sowie des Platzes stiftete Günther Neunreither seinem geliebten Geburtsort. Seine Cousine Uta Huber gestaltete die Brunnenfiguren ebenfalls kostenlos. Der Brunnen mit der Pilwe-Gans ist inzwischen zu einem der wichtigsten Wahrzeichen des Stadtteils geworden.
In Günther Neunreithers Zeit als Bezirksbeirat ging es u.a. um die Bebauung des Niederfelds, den beabsichtigen Ausbau der Steubenstraße als vierspurige Schnellstraße zur geplanten Altriper Brücke, den Bau des Hallenbad in Neckarau, den Fahrlachtunnel und die vielfältigen Verkehrsfragen. „Ich bin froh, dass es nicht zum autobahnähnlichen Ausbau der Steubenstraße gekommen ist, die quer durchs Aufeld zur geplanten Altriper Rheinbrücke führen sollte. Nach bald 50jähriger Debatte zur Altriper Brücke, sollte man diese Diskussion endlich beenden.“ Als Bezirksbeirat hatte sich Günther Neunreither auch stark gemacht, dass die Rheingoldstraße im Niederfeld so gestaltet wird, um die Option einer Straßenbahntrasse offen zu halten. „Es gab jedoch damals Stimmen, die eine Straßenbahn ablehnten, weil sie befürchteten, dass die Neckarauer Bevölkerung dann leichter zum Einkaufen in die Innenstadt käme und nicht mehr in Neckarau einkaufen würde. Dadurch wurde der Bau der Straßenbahn zur Rheingoldhalle verzögert. Leider wurde die Rheingoldstraße zu eng geplant, um für die Straßenbahn, die Autos und die Fahrradwege ausreichend Platz zu schaffen.“
Auf Initiative von Günther Neunreither wurden die städtischen Pläne für dreißig Hochhäuser im neuen Niederfeld verworfen und bundesweit ein Bebauungswettbewerb für das Niederfeld ausgeschrieben.
Wenn heute Günther Neunreither auf „sein“ Neckarau schaut, dann freut er sich, wie wunderbar sich der „sterbende Vorort“ inzwischen entwickelt hat. „Was ich allerdings verbessern würde, wäre der Verkehrsfluss zwischen Nord und Süd im Bereich der Rheingoldstraße.“ Auch die Entlastung der stark befahrenen Neckarauer Straße ist ihm nach wie vor ein Anliegen.
Der 82jährige Günther Neunreither ist ein reger Besucher der Veranstaltungen seiner Neckarauer SPD und beteiligt sich auch an den Debatten. Nach wie vor engagiert er sich mit Unterstützung des Neckarauer Kunst- und Kulturvereins (NEKK) für die Künste und freut sich zusammen mit seiner Frau Christiane Neunreither, die bald ihre 50-jährige SPD-Mitgliedschaft feiern kann, wenn die vier Enkelkinder in Neckarau zu Besuch sind. Sohn Dr. Frank Neunreither und Tochter Esther Neunreither-Trommel leben und arbeiten in Berlin und Nürnberg.

 

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