
Am Dienstag, den 27. März referierte Thomas Pfaff auf Einladung der Jusos Mannheim, der Juso-Hochschulgruppe, der DGB Jugend und der Falken über das Wirtschaftsmodell der Gemeinwohlökonomie. Wir durften auf dieser Veranstaltung über 80 interessierte Zuhörer*innen begrüßen. Unser jetziges System ist durch Ausbeutung von Menschen und Ressourcen geprägt. Wir haben uns daher gefragt, wie ein Wirtschaftssystem aussehen könnte, das statt Egoismus und Gier die Zusammenarbeit der Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Das Modell, welches der Österreicher Christian Felber vor einigen Jahren entwickelte, soll eine Alternative zum Kapitalismus und zur Planwirtschaft darstellen und das Wirtschaftssystem von Grund auf erneuern. Wie der Name bereits erwähnt, soll statt auf individuellen Profit, dieses Wirtschaftsmodell auf das Gemeinwohl ausgerichtet sein, ohne den marktwirtschaftlichen Rahmen zu verlassen.
Die weitreichendste Änderung ist die Umstellung vom Bruttoinlandsprodukt hin zum Gemeinwohlprodukt, welches misst, wie viel Gemeinwohl in Deutschland in einem Jahr erwirtschaftet wurde. Hierzu zählen Dinge wie eine gerechte Bezahlung, Arbeiter*innenmitbestimmung, genossenschaftlich geführte Unternehmen, ökologische Aspekte, Geschlechtergerechtigkeit usw.. Jedes Unternehmen soll für diese Aspekte eine eigene Gemeinwohlbilanz aufstellen. Nachdem Plus- und Minuspunkte verrechnen wurden, wir das Unternehmen in eine Gemeinwohlkategorie eingeordnet. Durch verschiedene Anreize soll garantiert werden, dass Unternehmen danach bestrebt sein sollen, ihre Gemeinwohlbilanz zu verbessern.
Da die Gemeinwohlökonomie einen gänzlich anderen Ansatz als bisher bekannte Wirtschaftsmodelle darstellt, war die anschließende Diskussion intensiv und kontrovers mit Thomas Pfaff. Viele Fragen bleiben jedoch offen: Welche Konsequenzen hätte ein solches System? Ist es umsetzbar und wenn ja, wie? In der Diskussion wurde klar, dass bei unseren Zuhörer*innen ein großes Interesse daran bestand, darüber zu diskutieren, wie wir unser Wirtschaftssystem demokratischer, gerechter und ökologischer gestalten können. Für uns ist klar, dass wir eine Wirtschaft haben wollen, die den Menschen dient, die solidarisch und demokratisch ist. Wie wir unser Wirtschaftsmodell gerechter gestalten können, wird uns Jusos weiter beschäftigen.