Peter Simon verabschiedet sich von K. Kubinski
Zu diesem Thema lud der SPD Ortsverein gemeinsam mit dem Mitglied des Europäischen Parlaments MdEP Peter Simon, zu einer Veranstaltung im Nebenzimmer der Gaststätte des SC Pfingstberg/Hochstätt ein.
SPD Mannheim - Seckenheim Hochstätt Suebenheim
Europa
Zu diesem Thema lud der SPD Ortsverein gemeinsam mit dem Mitglied des Europäischen Parlaments MdEP Peter Simon, zu einer Veranstaltung im Nebenzimmer der Gaststätte des SC Pfingstberg/Hochstätt ein.
Trotz Fußballspiels an diesem Abend, konnte der Vorsitzende des Ortsvereins K. Kubinski interessierte Besucherinnen und Besucher begrüßen. "Mehr dürfen es natürlich immer sein", merkte er grinsend an.
Peter Simon schaffte es an diesem Abend, in einem mehr als 90-minütigen Diskurs über die europäische Politik zur Beendigung der Krise, seine Zuhörer zu fesseln und komplexe Zusammenhänge auf den Punkt herunterzubrechen und verständlich zu machen.
Er kritisierte den Umgang mit den Griechen, denn wie immer, träfen viele Maßnahmen die kleinen Leute in Griechenland, während sich die vermögenden Griechen aus dem Staub machten. Es könne nicht sein, dass man einer Bevölkerung, die nichts mehr habe und einer Regierung, die sich wirklich bemühe, Sparmaßnahmen einzuleiten und durchzuführen, nur damit helfe, dass man noch stärkere Sparanstrengungen verlange.
"Hier würgt man jemanden, der nichts mehr hat", ist sich das Mitglied des Europäischen Parlaments sicher, dass man der Lage so nicht Herr werden kann.
"Wichtig ist es, dass Griechenland die Haushaltskrise meistert, dafür müssen sie Hausaufgaben erledigen. Da brauchen sie aber die Hilfe aller anderen EU-Staaten.", bringt P. Simon Ideen mit, die er auch im Parlament schon eingebracht habe. "Die Griechen brauchen stabile Strukturen! Darum sollten wir, wie nach dem Zerfall der Sowjetunion, Helfer in griechische Städte schicken, die dort funktionierende Ämter aufbauen. Ansonsten kann niemand die Pläne aus Athen vor Ort umsetzen. Bürgerdienste, kommunale Verwaltungen, das aufzubauen hat Priorität."
Ebenfalls dringend notwendig ist der Ausbau des Tourismus in Griechenland. "Es wird nach Erhebungen in keinem Urlaubsland weniger Geld pro Urlauber ausgegeben als in Griechenland. Hier wurde der Tourismus nicht ausgebaut. Eine Eintrittskarte verkaufen reicht nicht, man muss breit gefächerte Angebote haben. Man braucht eine touristische Infrastruktur!"
An der Griechenland-Politik der Bundesregierung übt der Sozialdemokrat heftige Kritik:" Es wurden viele Entscheidungen von Frankreich und Deutschland durch gesetzt, die leider das Problem und die Krise weiter anfeuerten. Merkel und Sarkozy haben hier ein unrühmliches Spiel gespielt", hofft man nun auf eine bessere Verständigung, nachdem in Frankreich ein Sozialist die Regierung übernommen habe.
Generell müsse man schauen, dass Griechenland auch wirtschaftlich auf gesunde Beine gestellt werde. Solaranlagen bauen wir in Afrika? In politisch instabilen Regionen? Warum nicht in Griechenland? "Es wird niemand abstreiten wollen, dass dort lange die Sonne scheint!" gibt der Sozialdemokrat den Besuchern eine mögliche Lösung preis.
Auch zur Reglementierungswut aus Brüssel, wie zB. bei der Frage nach TÜV Untersuchungen jedes Jahr, äußert sich der Parlamentarier. Peter Simon geht nicht davon aus, dass der Vorstoß erfolgreich sei, da es noch viele Gespräche über diesen Vorschlag geben werde. "Am Ende steht ein Kompromiss und die derzeitige Forderung kann so nicht bestehen.", vermutet er, dass sich die Pläne noch Jahre hinziehen werden.
Am Ende wissen die Besucher, warum viele Abgeordnete des Europäischen Parlaments dafür sind, Griechenland weiter zu helfen. "Bricht Griechenland weg, dann wird es in anderen Ländern im schlimmsten Fall auch einen Run auf die Banken geben, Bürger holen ihr Geld vom Konto. Das wäre der schwärzeste Tag, denn eine solche Pleitewelle kann niemand aufhalten und dann würde alles zusammenbrechen." Darum brauche man Verlässlichkeit und die Unterstützung aller Partner, wirbt Peter Simon auch für Verständnis innerhalb der deutschen Bevölkerung. An diesem Abend hat er es bei den Anwesenden.
Mit einer Flasche des ortsvereineigenen Schnapses der Streuobstwiese wird der Referent nach mehr als 3 Stunden verabschiedet. Die Besucher sind zufrieden: "Endlich hatte man mal wieder das Gefühl, dass ein Politiker ehrlich ist und die Wahrheit sagt." ist eine Besucherin glücklich darüber, den Weg zur Veranstaltung gefunden zu haben. Und Ortsvereinsvorsitzender K. Kubinski verspricht, dass man Peter Simon bald wieder für eine Veranstaltung buchen werde. "Das ist auch dringend nötig," sagt dieser, "denn mein Terminplan ist mittlerweile bis November dicht!".
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