Der SPD Kreisverband Mannheim, die Jusos Mannheim, der Sozialdemokratische Bildungsverein e.V. und die Mannheimer ASF laden
am Sonntag 07. November 2010 um 10:30 Uhr im Café Prag (E 4,17)
zu einer gemeinsamen zeithistorischen Veranstaltung ein.
SPD Mannheim - Seckenheim Hochstätt Suebenheim
Ankündigungen
Der SPD Kreisverband Mannheim, die Jusos Mannheim, der Sozialdemokratische Bildungsverein e.V. und die Mannheimer ASF laden
am Sonntag 07. November 2010 um 10:30 Uhr im Café Prag (E 4,17)
zu einer gemeinsamen zeithistorischen Veranstaltung ein.
Immer wieder steht die Bundesrepublik vor der Herausforderung, sich des eigenen Erbes zu stellen. Nach der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entstand mit der DDR eine zweite Diktatur auf deutschem Boden. Sie führte keinen expansionistischen Vernichtungskrieg und machte sich keiner systematischen Ermordung von Millionen Menschen schuldig. Doch in den sechzig Jahren ihrer Herrschaft baute die SED einen totalitären Überwachungsstaat auf, der seine Bevölkerung flächendeckend bespitzelte, seine Bürger einmauerte, Regime-Gegner einsperrte, drangsalierte und auch vor Mord nicht zurückschreckte. Erst die mutigen Demonstrationen von tausenden Bürgern der DDR brachten das SED-Regime am 9.11.1989 zu Fall. Das erste Mal glückte eine demokratische Revolution. Die doppelte Diktaturerfahrung gemahnt uns der Opfer der SED zu gedenken, ohne die Verbrechen der Deutschen im 20. Jahrhundert zu relativieren.
Zunächst führt Frau Professor Dr. Heidrun Kämper vom Institut für Deutsche Sprache, Mannheim, in das Spannungsverhältnis von Sprache, Justiz und Diktatur ein. Sie erläutert die (Un-)-Möglichkeit des Sprechens von Opfern einer Diktatur. Anita Gossler berichtet danach über ihre Erlebnisse in der DDR. Sie geriet 1953 in Leipzig aufgrund einer Denunziation schwanger in Haft. Das Kind wurde Ihr nach der Entbindung weggenommen. Erst nach dem Fall der Mauer kam es zu einem Familienzusammentreffen. Wir blicken mit Anita Gossler zurück auf die Zeit in der Stasi-Haft in Leipzig und im berüchtigten Frauengefängnis Hoheneck. Wir begleiten sie ein Stück ihres Lebenswegs in der DDR und sprechen über ihre Erfahrungen und Erinnerungen. Wir wollen auf diesem Weg dazu beitragen, das Schweigen über die Staatswillkür und das Unrecht in der zweiten deutschen Diktatur zu brechen.
Über zahlreiches Erscheinen freuen sich
Dr. Jens Hildebrandt Malin Melbeck Melanie Seidenglanz
Homepage SPD Lindenhof-Almenhof