Der Lindenhof darf von den städtebaulichen Zukunftsprojekten in seiner unmittelbaren Umgebung nicht abgekoppelt werden. Dies war die zentrale politische Botschaft beim traditionellen Neujahrstreff der SPD Lindenhof, der ansonsten wieder einmal von einem attraktiven musikalischen Angebot geprägt war.
Nahezu bis auf den sprichwörtlich letzten Platz besetzt war die Lanz-Kapelle in diesem, dem 23. Jahr der Veranstaltung. Angeführt wurde die Gästeschar von den Landtagsabgeordneten Helen Heberer und Dr. Frank Mentrup, zahlreichen SPD-Stadträten und Bürgermeisterin Gabriele Warminski-Leitheußer.
Längst überparteilich
Vom überparteilichen Charakter, den sich die Veranstaltung zum neuen Jahr längst erworben hat, zeugte die Anwesenheit von CDU-Stadtrat Klaus Fritz und Grünen-Bezirksbeirat Martin Helmling.
Nach seiner humorvollen Eröffnungsrede, wie immer Bestandteil des Programms, sprach Horst Wagenblaß ganz im Ernst die aktuellen Themen des Lindenhofs an. "Es bewegt sich was", konstatierte er unter Hinweis auf neue Straßen und Gebäude erfreut. Zugleich artikulierte er die Sorge vieler Lindenhöfer, die massiven Bauwerke würden zu einer Abkoppelung des Lindenhof-Kerns führen - im ganz praktischen, aber auch im übertragenen Sinne. "Es darf nicht sein, dass dort um 5 Uhr abends die Lichter ausgehen." Für den Lindenhof erhob er den Anspruch, diese Projekte zu begleiten.
Schwerpunkt Bildung
Von Wagenblass als "Leutheuser-Schnarrenberger" begrüßt, überbrachte Bildungsbürgermeisterin Gabriele Warminski-Leitheußer die Grüße der Stadt - dies umso lieber, als sie nicht allzu entfernt, in der Alberichstraße im Niederfeld wohnt. In den elf Monaten, in denen sie in Mannheim ist, habe sie bereits Wurzeln geschlagen und keinen einzigen Tag Heimweh verspürt: "Und das ist schon was für eine Bochumerin, wenn man den Lokalpatriotismus der Bochumer kennt, für den die Hymne von Grönemeyer steht."
Aber auch politisch fühlt sie sich in Mannheim heimisch. Begeistert zeigte sie sich von der Bildungsoffensive des OB, die sie als Schuldezernentin umsetzen dürfe. Ziel sei es, allen Schülern einen qualifizierten Abschluss zu ermöglichen: "Bildung ist der Schlüssel zu allem."
Danach jedoch galt die Bühne den Künstlern Wolfram Koloseues (Klavier), Sorin Strimbeanu (Violine) und Frank Ringleb (Kontrabass), besser bekannt als Ensemble Salonissimo. In der Rolle von Musikern aus Berlin, Wien und vom Balkan präsentierten sie, aufgelockert durch humorvolle Dialoge, beliebte Melodien aus dem jeweiligen "Kulturkreis". So etwa den "Sportpalast" und die "Berliner Luft" aus der Hauptstadt sowie die "Schöne Blaue Donau" aus Wien.
Mannheimer Morgen
21. Januar 2009