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Amtsblatt 26/2013: Neonazis im Fußball? Sportjournalist Ronny Blaschke blickte sich deutschlandweit in Vereinen und Fanclubs um und gab spannende Einblicke bei einer Veranstaltung der SPD-Gemeinderatsfraktion auf dem Waldhof.

Sie hören laute deutsche Rock-Musik. Sie tätowieren sich vermeintlich unscheinbare Abkürzungen auf die Hände. Sie stehen eben auf genau diese Kleidermarke. Und ihr Fanclub steht doch allen offen. Keine rechtsextremen Tendenzen? Diese Fragen warf der Berliner Sportjournalist Ronny Blaschke bei einer Veranstaltung der SPD-Gemeinderatsfraktion und des Bundestagsabgeordneten Stefan Rebmann in der Jugendkirche Waldhof auf.

Thema offen im Verein ansprechen

Stefan Höß, SPD-Bezirksbeiratssprecher vom Waldhof, freute sich, zahlreiche Vertreter des Mannheimer Sports begrüßen zu dürfen. Darunter waren etwa Jan Jonescheit vom Sportkreis Mannheim, Dariusch Hafezi vom Waldhof-Fanclub „DoppelPass“ sowie Thomas Balbach und Martin Willig vom Fanprojekt Mannheim-Ludwigshafen.

Blaschke machte zunächst auf die gesellschaftliche Problematik aufmerksam: Die wenigsten Menschen geben sich als Nationalisten aus. Trotzdem wählten viele tausend Menschen rechtsextreme Parteien. In zahlreichen Beispielen aus ganz Deutschland wurde deutlich, wie sich das im Fußball-Umfeld ausdrücken kann. So sammelte ein Fanprojekt Geld für die Gestaltung des Gemeinschaftsraums des Vereins und durfte diesen dafür frei gestalten. Das Ergebnis: Eine Wand wurde mit einer eindeutigen nationalsozialistischen Symbolik versehen.

Stadträtin Andrea Safferling, sportpolitische Sprecherin der SPD-Gemeinderatsfraktion, machte in der Diskussion deutlich: „Wegschauen ist der falsche Ansatz. Ich setze mich dafür ein, dass man gerade in Mannheim offen und deutlich sagt: Hier ist kein Platz für rechtsextreme Propaganda. Deshalb lag es mir besonders am Herzen, dieses Thema anzusprechen.“ Joachim Horner, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, unterstrich diese Aussage: „Ein erster wichtiger Schritt kann für viele Vereine sein, ihre Satzungen entsprechend anzupassen, um gegebenenfalls reagieren zu können.“

Gute Arbeit in Region

Zahlreiche Vereinsvertreter beschäftigte die Frage, wie sie in ihrem Club vorgehen sollen. Für Blaschke ist klar: „Prävention ist entscheidend. Man darf sich nicht davor scheuen, das Thema offen anzusprechen. Die Aufgabe besteht darin, das Entstehen von Netzwerken zu verhindern. Häufig hört es nicht beim Fußball auf, sondern setzt sich über weitere Vereine und Initiativen fort. Wenn dann viele Mitglieder eines solchen Netzwerks im Verein sind, helfen kurzfristige Maßnahmen nur bedingt.“

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Rebmann lobte die Fanprojekte aus der Region: „Die Mitarbeitenden und Aktiven leisten großartige Arbeit. Ich bin froh, dass wir in Mannheim eine solch gute Basis haben. Auf Bundesebene setze ich mich dafür ein, dass die Unterstützung für die Projekte langfristig gesichert wird. Auf diese Weise können wir stärker für das Thema sensibilisieren. Das ist dringend notwendig.“ SPD-Stadtrat Dr. Boris Weirauch betonte abschließend: „Auch in Vereinen und Fanclubs, die nach einer gewissen Zeit etabliert sind, gibt es keine politikfreien Räume. Ronny Blaschke hat klar aufgezeigt, dass man sich mit dem Thema beschäftigen muss. Wir setzen uns dafür ein, dass sich alle Vereine klar positionieren.“

 

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