Offener Brief an italienische Europaabgeordnete mit Bitte um Einsatz für einen konsularischen Schalter
In einem offenen Brief an sämtliche italienische Europaabgeordneten hat sich der Mannheimer SPD-Europaparlamentarier PETER SIMON noch einmal für einen konsularischen Schalter in Mannheim eingesetzt. In dem Schreiben appelliert SIMON deshalb an seine italienischen Kollegen, sich im Namen ihrer 20.000 Landsleute in der Metropolregion Rhein-Neckar bei der italienischen Regierung für den Erhalt konsularischer Strukturen in Form eines Schalters in Mannheim einzusetzen, auch wenn das Konsulat selbst Ende September seine Pforten schließt.
"Das Konsulat in Mannheim ist ein wichtiger Fixpunkt ihres alltäglichen Lebens in Deutschland und somit auch ein Stück gelebtes Europa. Die konsularische Vertretung in Mannheim besteht mit kurzen Unterbrechungen seit 1901; ein Großteil Ihrer Landsleute kommt seit vielen Jahren hierher. Gerade für die vielen älteren Menschen unter ihnen ist es schwierig, dass sie sich zukünftig an das 130 Kilometer entfernte Generalkonsulat in Stuttgart für Unterstützung wenden müssen, da dies nicht nur zeit- sondern auch kostenaufwendig sein wird", so SIMON in dem offenen Brief.
Ein konsularischer Schalter könne zumindest eine Grundversorgung der 20.000 Italiener in der Metropolregion Rhein-Neckar gewährleisten. "In Saarbrücken hat man die komplette Schließung auch durch einen solchen Kompromiss abwenden können. Und in dem Einzugsgebiet leben fast genau so viele Italiener wie in unserer Region. Zumal den italienischen Behörden mehrfach kostenlose Räumlichkeiten für einen solchen Schalter in Mannheim angeboten wurden. Man wird das Gefühl nicht los, dass Mannheim letztendlich trotz besseren Wissens als Bauernopfer für die Schließungspläne der italienischen Regierung herhalten muss", so SIMON, der sich in der Angelegenheit sowohl an den italienischen Botschafter als auch an das Auswärtige Amt gewandt hatte.
Besonders enttäuscht zeigte sich SIMON deshalb vom Verhalten des Bundesaußenministers in dieser Angelegenheit. Ihn hatte SIMON ebenfalls nachdrücklich gebeten, sich gegenüber seinem italienischen Kollegen zumindest für die Schaffung eines konsularischen Schalters in Mannheim einzusetzen. "Sich einzig und allein formal durch seine Staatsekretärin Cornelia Pieper schriftlich darauf zurückzuziehen, dass die Schließung einer konsularischen Vertretung im Ermessen des Entsendestaates liegt, ist der einfachste Weg, Verantwortung von sich zu weisen. Eine Bitte um Überprüfung der Möglichkeit eines konsularischen Schalters hätte mit Sicherheit keine 'diplomatischen Verwicklungen' nach sich gezogen", so SIMON, der selbst fast zwei Jahre im Auswärtigen Amt tätig war.
"Das ist für die 20.000 Italiener in unserer Region wie ein Schlag ins Gesicht. Gerade vom Auswärtigen Amt hätten sie erwarten können, dass es eine vermittelnde Rolle einnimmt und den Kompromissvorschlag eines konsularischen Schalters bei den Kollegen in Rom befürwortet. Stattdessen wurden die Italiener in Mannheim und der Region einfach im Stich gelassen", so SIMON abschließend.