Neue Ideen in Sachen Kultur
Stadtentwicklung läuft heute anders als vor dreißig Jahren. Neben Industrieprojekten oder Technologieparks spielen andere Standort- und Veränderungsfaktoren eine immer größere Rolle. Heute ist Kultur zu einem dynamischen Motor der Stadtentwicklung geworden, der das Gesicht unserer Stadt bereits in den letzten Jahren grundlegend verändert hat.
Der Ausbau der Kreativwirtschaft bietet Zukunftschancen trotz knapper Kassen. Die Popakademie und der Musikpark sind weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannte Institutionen und symbolisieren den fortschreitenden Wandel in unserer Stadt. Im Jungbusch entsteht mit dem Kreativzentrum nicht nur eine städtische Galerie mit Atelierräumen, sondern ein weiterer Baustein für eine nachhaltige Stadtentwicklung.
Baltruschat: Freie Szene ist eine Basis unserer kultureller Aktivitäten
Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich die SPD-Gemeinderatsfraktion als einzige Partei im Gemeinderat von Anfang an vorbehaltlos mit der Idee der Kulturhauptstadtbewerbung der Stadt Mannheim identifiziert hat. Die „Kulturhauptstadt 2020“ ist ohne die kulturellen Querdenker und kreativen Grenzgänger nicht zu realisieren. Deshalb ist es unser Anliegen, die Projektförderung für die Freie Szene auszuweiten. Wenn wir uns um den Titel bewerben, ist sie eine Basis unserer kulturellen Aktivitäten. Schließlich ist es unser Anliegen, dem Projekt die nötige Breite zu geben, um die Stadt in ihrer Gesamtheit zu erfassen. Auf unseren Antrag aus den vergangenen Haushaltsberatungen ist die jährliche Förderung ab 2012 auf 200.000 Euro jährlich erhöht worden. Bis 2020 investieren wir damit zwei Millionen Euro in die Förderung der Freien Szene!
Neue Trends unterstützen
Gleichzeitig muss sich die Atmosphäre in unserer Stadt ändern. Kultur bringt immer neue Ausdrucksformern hervor und hat das Potential, die Lebensqualität in unserer Stadt weiter zu steigern. Um das kulturelle Selbstverständnis der Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt für die Idee der Kulturhauptstadtbewerbung weiter anzuregen und zu aktivieren, haben wir gezielt Anträge in den Haushaltsberatungen eingebracht, die neue Trends und Entwicklungen im Kunst-, Kultur- und Musikgeschäft unterstützen sollen. Zum einen wollen wir junge Musikerinnen und Musiker fördern, da viele Maßnahmen sich auf bereits etablierte junge Bands beziehen. Mit kleineren Festivals oder einer „Nacht der Musik“ in Mannheimer Gaststätten könnte diese Lücke gefüllt werden. Genauso gilt es, Kultur mit anderen Politikfeldern zu verbinden.
Deshalb wollen wir zum Beispiel Projekte im Bereich der „Kulturellen Bildung“ fördern. Genauso verfahren wir hinsichtlich des Themas Migration: Gerade Künstlerinnen und Künstler mit Migrationshintergrund werden in der Mannheimer Kulturförderung zu wenig beachtet. Damit schöpfen wir aber gerade in Mannheim nicht das volle Potenzial aus. Außerdem fördern wir auf unseren Antrag hin mit 40.000 Euro im Jahr 2013 den konzipierten Rundgang „Wege zur Industriekultur in Mannheim“. Wir sind eine Arbeiter- und Bürgerstadt, wovon auf vielfältige Weise die Produktionsstätten und Fertigungsanlagen im Mannheimer Hafen oder in den Stadtteilen zeugen.