Das Bündnis „Dresden Nazifrei“ hatte zum 18.02 in ganz Deutschland aufgerufen zur Demo in Dresden unter dem Motto „Sächsiche Verhältnisse kippen“. In den Vorjahren kam es zu Neonaziaufmärschen, die in vermeintlichem Gedenken an die Bombardierung Dresdens stattfanden. Dieses Jahr jedoch wurden sie aufgrund der erfolgreichen vergangenen Blockaden abgesagt.
Hintergrund des Mottos des Bündnis‘ „Dresden Nazifrei“ sind Ereignisse aus dem letzten Jahr, als die Polizei mit Festnahmen von DemonstrantInnen und der Massenüberwachung von Handys in Dresden auf die Gegendemo reagierte. Die Jusos Mannheim reisten gemeinsam mit anderen Jusos aus ganz Baden-Württemberg nach Dresden. „Die Anreise war sehr anstrengend, aber als Jungsozialistin war es für mich eine Pflicht nach Dresden zu fahren. Die Kriminalisierung der Antinazidemos in Sachsen muss aufhören.“, sagte Mai Nguyen. Zur Auftaktkundgebung vor dem Hauptbahnhof erschienen rund 6000 Menschen. Im Verlauf der Kundgebung stieß noch ein weiteres Demonstrationsbündnis hinzu, welches dem Aufruf "Nächstenliebe verlangt Klarheit" der evangelischen Kirche Deutschlands folgte. Gemeinsam zog der bunte Demonstrationsblock durch Dresden vorbei am sächsischen Innenministerium und Justizministerium. Während die Demo vorbeizog, protestierte das antifaschistische Bündnis lautstark gegen die „Sächsichen Verhältnisse“. Jedoch blieb es im Vergleich zu den letzten Jahren relativ friedlich. „Die Demonstrierenden haben sich von den martialisch angezogenen PolizistInnen nicht beeindrucken lassen. Es herrschte auf der ganzen Demo eine gute Stimmung.“, so Dominik Kladt. Die Abschlußkundgebung fand am späten Nachmittag in der Dresdener Neustadt statt.
Am Sonntagmorgen kam die Juso Delegation wieder in Mannheim an. „Es war ein sehr anstrengendes Wochenende in Dresden. Aber ich denke es ist sehr wichtig für unsere Demokratie, dass 10.000 Menschen aus ganz Deutschland auf die Straßen gehen, um gegen Neonazis und die sächsichen Verhältnisse zu demonstrieren.“, so Sergej Kaiser abschließend.