Jugendpolitische Sprecherin Lena Kamrad „Die CDU macht es sich zu leicht mit ihrer Plakataktion „Krippenplatz“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Stefan Fulst-Blei und fragt gleichzeitig. „Wo sind denn die konstruktiven Ideen und Initiativen der Christdemokraten zur Lösung des Problems? Unseres Wissens hat die CDU da weder jetzt noch in der Vergangenheit viel geliefert.“ Und Stadträtin Lena Kamrad ergänzt: „Der Hilferuf der CDU hilft Eltern und Kindern nicht. Auch die Fakten sind bekannt, jetzt kommt es darauf an, schnell Lösungen zu entwickeln.“
Da das Hauptproblem beim fehlenden Fachpersonal liegt, setzt die SPD dort an. „Wir müssen alles tun, um uns im Wettbewerb um Erzieherinnen und Erzieher zu behaupten. Deshalb plädieren wir für ein Konzept für eine strategische Personalplanung und die Anwerbung von Erzieherinnen und Erziehern“, so Fulst-Blei. Außerdem müssten die Ausbildungskapazitäten erhöht werden. Stadträtin Kamrad: „Wir wollen die Verwaltung beauftragen, Gespräche mit dem Land aufzunehmen – mit dem Ziel, die Ausbildungskapazitäten am Fröbel-Seminar in Mannheim auszuweiten.“
Junge Frauen und Männer, die dort ihre Ausbildung absolvieren, sollten dann gezielt angesprochen werden, um sie für eine Beschäftigung in einer Mannheimer Kindertageseinrichtung zu gewinnen. Stadträtin Elke Stegmeier schlägt darüber hinaus vor, an pensionierte Lehrerinnen und Lehrer und aus dem Arbeitsleben ausgeschiedene Erzieherinnen und Erzieher heranzutreten, um diese mit attraktiven Angeboten als Fachpersonal für Betreuungsaufgaben zu gewinnen. „Wir brauchen in allen Einrichtungen qualifiziertes Personal, und ich kann mir durchaus vorstellen, dass man mit passgenauen Angeboten und zeitlich begrenzt die eben genannte Zielgruppe aktivieren kann.“ Ist das nötige Fachpersonal vorhanden, lassen sich auch die Räumlichkeiten finden.
„Für den Krippenausbau haben wir das Geld im Haushalt bereit gestellt“, so Fulst-Blei. Und auch für die Hortkinder werde es eine Lösung geben, wenn der Gemeinderat an einem Strang ziehe und die Dezernate gut zusammenarbeiteten. Was nach Meinung der SPD dagegen nicht hilft, sind populistische Klagen und Schuldzuweisungen an einzelne Personen. Einen Seitenhieb kann sich der Fraktionsvorsitzende und Landtagsabgeordnete denn aber doch auch nicht verkneifen: „Wer wie die CDU jahrzehntelang die Betreuung von Kleinkindern außerhalb der Familie als des Teufels angeprangert hat, muss jetzt nicht mit dem Finger auf andere zeigen.“