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„Das ist ein Symbol der Heimat“

Presseecho

Die Autos kamen nur schwer vorbei, ein Fahrstreifen war ständig blockiert, der Gehweg viel zu schmal für die vielen Teilnehmer: Rund 150 Feudenheimer – und damit viel mehr als erwartet – demonstrierten trotz Regen und Kälte für den Erhalt des Katholischen Gemeindehauses „Prinz Max“. Eine so große Protestaktion hat es im Feudenheimer Ortskern seit Jahrzehnten nicht gegeben.

„Bei dem Mistwetter hätte ich das nicht gedacht“, freute sich Irmi Benz, die Sprecherin der Initiative „Rettet den Prinz Max“. Ein Transparent „Prinz Max für Feudenheim – Feudenheim für Prinz Max“ hängten die Mitglieder der Initiative an den Zaun neben dem Gemeindehaus. Viele Teilnehmer hatten zudem eigene, selbst angefertigte Schilder mitgebracht, an Holzlatten befestigt oder sich umgehängt. „Stadtbild bewahren – Prinz Max: Altehrwürdig und Kult“ stand darauf etwa, „Ortsbild bewahren“, „Es ist fünf vor zwölf“ sowie „Rettet den Prinz Max“, oft mit Herzchen versehen.

Jubel und Beifall

Mit Johlen, Jubel und Beifall bedachten die Teilnehmer Irmi Benz, als sie mit Megafon die Katholische Kirche aufforderte, das Gebäude zu erhalten. Wenn sie es selbst abgeben wolle, solle sie es zu dem einst mit der Evangelischen Kirche verabredeten Preis nun an den bereitstehenden Feudenheimer Investor verkaufen, der den Saal erhalten will (wir berichteten). „Das wäre eine Win-win-Situation“, so Irmi Benz, „die Kirche wäre das Haus los, und wir Feudenheimer würden es behalten“, sagte sie unter dem Beifall der Demonstranten. Nur mit einer solchen Entscheidung werde die Kirche ihrer Verantwortung gerecht, so Benz: „Und positive Publicity würde der Kirche mehr als gut tun“, rief sie. Schließlich habe sie beim Beginn der Diskussion um das Gebäude 2017 zugesagt, dass es ihr „nicht um Profit“ gehe, rief sie in Erinnerung.

„Wir stehen total dahinter“, bekundete Karlheinz Steiner, Vorsitzender der Bürgergemeinschaft, seine Unterstützung im Namen der Dachorganisation von 46 Vereinen des Stadtteils. „Danke, dass so viele Leute da sind – es zeigt: Feudenheim hält zusammen“, freute er sich.

„Denkmal für Feudenheim“

Schützenhilfe erhielt Irmi Benz von zahlreichen Kommunalpolitikern, von denen SPD-Stadträtin Helen Heberer als erste das Megafon ergriff. Sie bekundete ihre Solidarität im Namen des von ihr geführten Vereins Stadtbild. Die Kirche, so meinte sie, habe einen sozialen Auftrag. Nachdem es einen Käufer gebe, der das Gebäude für die Allgemeinheit erhalten wolle, müsse sie darauf auch eingehen, „damit das Gemeinschaftsleben weiter funktioniert“. Auch wenn der „Prinz Max“ offiziell keinen Denkmalschutz genieße, „er ist ein Denkmal für Feudenheim“.

„Die vielen Leute hier sind ein ganz tolles Zeichen und ein klares Signal an die Kirche, welche große Bedeutung dieses Haus für Feudenheim hat“, rief CDU-Stadträtin Katharina Dörr aus. Zwar habe sie Verständnis für die Situation der Kirche, sagte sie, dass sie sich von Räumen trennen müsse, „aber nicht um jeden Preis“, zumal sich mit dem Investor ja die Chance eröffne, den Saal für die Bürger zu erhalten.

Verkauf der Kronjuwelen

Daran knüpfte der CDU-Stadtrat und Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel an. Er erinnerte sich, wie er – in der Diakonissenstraße in Feudenheim aufgewachsen – im „Prinz Max“ seine erste Nikolausfeier vom Gesangverein des Großvaters erlebte. So wie er verbänden viele persönliche Erinnerungen mit dem Saal. Der „Prinz Max“ sei „ein Symbol der Heimat“, und das zeige ihm auch die große Resonanz auf die Aktion: „Wenn in Feudenheim mal demonstriert wird, dann geht es um etwas – das ist ja kein Stadtteil, wo tagtäglich eine Demonstration zustande kommt!“ Bei allem Verständnis für die Probleme der Kirche „steht sie auch in der Verantwortung, dass weiter Gemeinschaft stattfinden kann“, so der Appell von Löbel.

Im Namen des Bezirksbeirats rief FDP-Bezirksbeirätin Birgit Sandner-Schmitt die Kirche auf, „ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden“. Sie dürfe sich nicht weiter aus den Stadtteilen zurückziehen. Zudem solidarisierten sich zahlreiche weitere Stadträte und Stadtratskandidaten mit der Initiative. CDU-Bezirksbeiratssprecher Alexander Fleck warnte vor einem „Ausverkauf der Kronjuwelen von St. Peter und Paul“. Der „Prinz Max“ gehöre „ganz fest zur Gemeinde und trägt zur Gemeinschaftsbildung bei, schließlich spielt sich dort das ganze Gemeindeleben ab – von der Frauenfasnacht bis zum Basar“. Auch die aus Feudenheim stammende ehemalige Stadtprinzessin Miriam Frank, lange Sprecherin des Gemeindeteams, kam vorbei. „Nachdem es einen Investor gibt, der den Saal erhalten will, sollte die Kirche das Angebot annehmen – das ist die Chance!“

© Mannheimer Morgen, 08.05.2019

 

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