Viele Menschen sind auf Hilfseinrichtungen wie die der Mannheimer Tafel in der Neckarstadt-West angewiesen. Die SPD informierte sich bei einem Besuch der Einrichtung über ihre Arbeit. Eine bessere Vernetzung der ansässigen Organisationen könnte Vorteile bringen.
Mit einer informativen Führung durch die Räume der Mannheimer Tafel in der Alphornstraße konnten sich Stadträtin Marianne Bade und die Bezirksbeiräte der SPD in der Neckarstadt-West einen Einblick in die Arbeit der vom Roten Kreuz (DRK) getragenen Einrichtung verschaffen. Die Mannheimer Tafel versorgt in fünf Ladengeschäften rund 10.000 Menschen täglich mit Lebensmitteln. Mehr als ein Drittel entfallen dabei auf die Tafel in der Neckarstadt.
Sozialstaat gefragt
„Die Zahlen steigen weiter“, berichtete Viktor Opelka vom DRK. Gerade rund um den Neumarkt sei die Hilfe enorm wichtig geworden. Armut treffe dabei nicht immer nur Menschen aus sozial schwächeren Familien. Mittlerweile müssten auch Studierende, Rentnerinnen und Rentner oder Alleinerziehende die Hilfe der Tafel in Anspruch nehmen.
„Das ist ein Zustand, dem wir dringend entgegenwirken müssen“, appellierte Stadträtin Bade als sozialpolitische Sprecherin der Gemeinderatsfraktion an die Verantwortlichen in Land und Bund. Es könne nicht sein, dass arbeitende Menschen ihren täglichen Nahrungsmittelbedarf mit Angeboten der Tafel decken. „Das ist ein Umstand, den wir in unserem Sozialstaat dringend ändern müssen“, sagte sie.
Riehle: Hilfen vernetzen
Getragen wird die Arbeit der Tafel von vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Die Lieferanten der Tafel sind sowohl Supermärkte und Bäckereien als auch Tankstellen, Bauernhöfe oder Großhändler. „Wir geben hier keinen Abfall ab, sondern nur das, was die Geschäfte aufgrund von kleineren Beschädigungen nicht mehr verkaufen können“, erklärte Opelka. In den Läden würden die Menschen als Kunden behandelt. „Auch wenn der raue Umgangston das bei manchem schwierig macht“, informierte Opelka. Der überwiegende Großteil sei dankbar für das Angebot.
SPD-Bezirksbeiratssprecher Thorsten Riehle zeigte sich beeindruckt von der Arbeit der Tafel. Rund um den Neumarkt habe sich eine Vielfalt an Hilfen angesiedelt, die alle eine wichtige Arbeit erledigen. „Vielleicht ist es sinnvoll, diese Hilfen noch besser zu vernetzen“, schlug Riehle vor und begründete: „Oberste Priorität muss sein, den Menschen den Weg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern und Ihnen die Möglichkeit zu geben, den Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Diese Hilfe zur Selbsthilfe ist für die Arbeit im Quartier extrem wichtig.“